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In Nürnberg ist es auch nicht besser

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    Die Presse 2015 hängt am Tropf derer, die sie füttert. Wie ein Pudel beißt der Qualitätsjournalismus nie in die Hand, die ihn versorgt. Kein Wunder, dass bei der Pudelpresse hinten das rauskommt, was vorne reingeht.

    (Karikatur: “Pudelpresse” – Idee: netz10.de – Umsetzung Jos F.)

    Weite Teile der Medienlandschaft haben sich von ihrem urdemokratischen Auftrag längst verabschiedet, den Menschen ein objektives und unparteiliches Bild der Gesellschaft aufzubereiten, gewürzt mit gelegentlichen Kommentaren, die als solche gekennzeichnet sind. In vielen Medienhäusern wird von oben subtil Druck ausgeübt, damit das Fußvolk der Redakteure nicht ausschert.

    Sie haben das gelegentliche Kommentieren gesellschaftlicher Zustände längst zum Programm gemacht und sich in den Dienst einer Minderheit gestellt, deren Streben sich nicht am Allgemeinwohl orientiert. (...) mehr...


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    Die Nürnberger VAG markiert jetzt den großen Datenschnorchler und will ohne Zustimmung ihrer Kunden an deren Mobilfunkdaten ran.

    In Nürnberg hat sich die VAG in der Vergangenheit bereits alle Mühe gegeben, sich zum Buhmann der Stadt zu machen. Jetzt setzen die städtischen Verkehrsbetriebe noch einen drauf und wollen mit Hilfe der Deutschen Telekom Bewegungsdaten ihrer Kunden abgreifen.

    Kleines Warm-up für Leser, die vielleicht nicht so bewandert in der Nürnberger Verkehrspoltik sind: Schon jetzt kostet eine Einzelfahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr im Großraum Nürnberg mehr Geld, als man in Moskau, Prag, Seattle, Paris, New York, Barcelona oder Wien hinlegen müsste. (...) mehr...


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    Für und 680 Journalisten soll Katar bei der Handball-WM Anreise und Unterkunft bezahlt haben.

    In einem PR-Video des WM-Organisationskommitees fühlen sich die gebauchpinselten Vertreter des Pressehandwerks nun nicht gerade zur Kritik genötigt und loben das spendable Gastgeberland über den grünen Klee (Video und weiterführende Links):

    Everything was good! Really perfect! Very special! A new level! Good service! No problems! You can feel how they take care about us! From every single aspect this is the best championship I ever have been! Amazing! Spectacular!

    Hier wächst zusammen, was zusammengehört. Diese und andere äußerst fragwürdige Konstellationen rund um das globale Milliardengeschäft Sport (FIFA, Olympia usw.) beleuchtet Sportjournalist Jens Weinreich sachlich, kritisch und kompetent in seinem Blog Sports and Politics. (...) mehr...


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    Die Bundesregierung will eine 10-wöchige Vorratsdatenspeicherung einführen und mit was macht das Heute-Journal an just dem Tag auf, an dem dies bekanntgegeben wird? Bitte festhalten, nämlich hiermit:

    Der Trainer eines Sportvereins will zum Saisonende die Segel streichen (Heute Journal, 15.4.2015, ZDF Mediathek).

    Weil er nämlich ausgelaugt ist. Aha, echt wichtig. Pressekonferenz, Männer, denen die Stimme versagt und Archivbilder eines längst vergangenen Pokalsieges, bei dem betrunkene Haxenmillionäre rumgrölen (und man das, was sie brüllen zum Glück nicht hören kann).

    Erst danach, beginnend mit Bildern von Charlie Hebdo, der Bericht über das, was Kritiker “anlasslosse Massenüberwachung der Gesamtbevölkerung” nennen.

    Dann irgendwas. (...) mehr...


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  • 04/30/15--10:15: Sympathische Gewalt
  • In den Straßen von Baltimore herrscht die Gewalt. Doch – wie die WELT weiß:

    (…) unter all den Szenen entfesselter Gewalt gab es auch ein sympathisches Bild.

    Etwa Menschen, die sich Friedenslieder singend an den Händen halten? Polizisten mit Blumen im Haar? Eine bürgerliche Mehrheit, die vehement zur Gewaltfreiheit aufruft?

    Nein. Die WELT erklärt uns, was da so sympathisch auf sie wirkt, nämlich das Bild…

    (…) einer couragierten schwarzen Mutter namens Toya Graham, die ihren vermummten Sohn Michael aus der Menge der Gewalttäter herauszerrte, ihm kräftig eine langte und vor sich her nach Hause prügelte.

    Hey, wir sind ja sowas von gegen Gewalt. (...) mehr...


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    Eins vorweg: Dieser Kommentar zum Kommentieren kann hier nicht kommentiert werden.

    Denn seit 3. Juli sind Kommentare auf Netz10 deaktiviert und zum Ob, Wie und Warum will ich mich eigentlich am Ende des Sommers äußern.

    Auch so seine Gedanken über das Kommentieren hat sich nordbayern.de gemacht, der Onlineauftritt des Verlags Nürnberger Presse, dessen Verbreitungsgebiet sich über ganz Mittelfranken sowie Teile Oberfrankens und der Oberpfalz erstreckt (NN Erstausgabe: 11.10.1945). Keine kleine Nummer also.

    Der Verlag kündigt u.a. an

  • nur noch Kommentare zuzulassen, deren Login eine „nachvollziehbare postalische Adresse“ hat
  • Kommentatoren bei Beleidigungen den Zugang zu sperren
  • Beiträge, die „pauschalierend, polemisch oder unsachlich“ sind, zurückzuweisen
  • Kommentare zu bestimmten Themen in ein Forum auszulagern.
  • (...) mehr...

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  • 08/17/15--07:27: Verrückte Welt (3)
  • Die Welt erklärt – in kurzen Sätzen:

  • Wer in Deutschland brutal vergewaltigt und ermordet wurde, der ist nicht nutzlos, denn sein Foto kann immer noch im Mannheimer Morgen als Rätselfrage ( „Spaß für Kreuz- und Querdenker“) recycled werden.
  • Weil der Tag kommt, wo auch der letzte Mensch nur noch Google nutzt, forscht Google schon jetzt an der Unsterblichkeit der Menschen, denn wenn die Zahl der Kunden schon begrenzt ist, dann muss man eben deren Leben verlängern…
  • Nürnberg ist der Hindukusch der deutschen Presselandschaft und weil sich seit 1806 kein Medienkritiker mehr in unser schönes Dorf irgendwo hinter München verirrt hat, muss es eben hier gesagt werden, dass die Darstellung der BILD vom 13.08.2015 eine Fehldarstellung enthält, gegen die sich der 1.
  • (...) mehr...

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  • 09/10/15--14:30: Hackerfest im Bundestag
  • Nachdem sich herausgestellt hat, dass das IT-Netzwerk des Deutschen Bundestages ein Hackerfest war, vermeldet heute die Tagesschau: Bundestag soll hackerfest werden (man beachte das kleine h).

    Interessant dazu eine Aussage der Vizepräsidentin:

    In einer Sitzung des Ältestenrates vor dem Sommerpause hatte die Vizepräsidentin des Bundestags, Petra Pau (Die Linke), bereits angekündigt, dass in dieser Frage „auch unbequeme Entscheidungen denkbar“ seien.

    Es ist gerade mal drei Jahre her, da twitterte Pau (vgl. Netz10 Juli 2012: Habt Ihr auch so doofes Wetter? – Wenn Politiker twittern):

    Nun weiß ich nicht, ob es sich dabei um Paus eigenen Computer handelte, oder ob sich gar dienstliches darauf befand. (...) mehr...


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    Immer mehr Menschen nutzen im Netz einen Werbeblocker (Addon für Firefox). Doch laut heute.de blasen jetzt Teile der Reklamevermarkter zur Gegenoffensive. Wer Werbung blockiert, dem sollen künftig auch keine Inhalte mehr angezeigt werden  – die Blocker sollen geblockt werden.

    Weiter unten möchte ich erörtern, warum die Blockade von Nutzern mit Reklameblocker ziemlich schwierig werden dürfte, wo deren politische Grenze ist und warum der Niedergang der Verlage unaufhaltsam scheint. Doch zunächst zum lustigen Teil:

    Dreht Apple denn jetzt völlig durch?

    Dass jetzt sogar Apple angekündigt hat, einen Reklameblocker in seinen Browser Safari zu implementieren, das bringt den Online-Vermarkterkreis (OVK) so richtig auf die Palme (Hervorhebungen durch mich):

    Wenn der US-Konzern den Werbern nun den Geldhahn abdrehen wolle, sei dies eine „inakzeptable Ausnutzung seiner Marktstellung zum Nachteil der Nutzer„, erklärt der Online-Vermarkterkreis (OVK) in einer ersten Stellungnahme.

    (...) mehr...

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    Wenn es um „unsere Kultur des Zusammenlebens“ geht, hat der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel eine recht selektive Sicht auf die Dinge. Gabriel will nämlich Artikel 1-20 des Grundgesetzes auf Arabisch drucken lassen, um sie unter Flüchtlingen zu verteilen. Gute Idee, doch warum dies ausgerechnet über die Bildzeitung bekanntgeben, ein Blatt das in „unserer Kultur des Zusammenlebens“ bereits immensen Schaden angerichtet hat?

    Gabriel am Mittwoch Morgen bei Twitter:

    Dass das hohe Lied von der „Kultur des Zusammenlebens“ irgendwie ein Widerspruch ist, wenn man es in der Bildzeitung singt, ist anderen auch aufgestoßen, nicht nur mir (netz10.de bei Twitter):

    Natürlich hat Herr Gabriel zu viel zu tun, um zu antworten. (...) mehr...


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    Der VW-Betrug mit Dieselmotoren hätte so wahrscheinlich nie passieren können, wenn Volkswagen den Programmcode des Motorsteuergeräts hätte offenlegen müssen.

    In Es läuft schreibt die Tagesschau (Hervorhebungen durch mich):

    Die Behörden kamen VW erst nach einem Jahr Arbeit auf die Schliche, weil ihnen der Programmcode des Motorsteuergeräts nicht vorlag. Die betrügerische Abschalteinrichtung im Quellcode der „Engine Control Unit“ zu finden, müsste für Experten möglich sein, wenn denn dieser Quellcode bekannt wäre.

    (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/abgasskandal-fragen-101.html)

    Nun ist es aus Sicht von VW („Danke für 25 Jahre Treue“) noch nachvollziehbar, dass ein Autokonzern seinen Programmcode nicht als Open Source veröffentlichen möchte (im vollen Sinne der Open Source Initiative). (...) mehr...


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  • 10/04/15--03:34: Denk mal an VW, Du Opfer!
  • Der VW-Abgasskandal wird meist nur mit Blick auf Volkswagen und die deutsche Wirtschaft betrachtet. Über die Opfer und die gesundheitlichen Folgen des Betruges liest man wenig.

    Im Bild: Stau vor dem Opernhaus in Nürnberg

    Typische Sichtweisen und Fragestellungen der letzten Tage waren:

  • Muss Winterkorn zurücktreten?
  • Fällt der Aktienkurs schon wieder?
  • Was bedeutet das für die deutsche Wirtschaft?
  • Wussten die Manager von dem Betrug?
  • Wieviel Abfindung bekommt Winterkorn?
  •  Wieviel Strafe muss VW bezahlen?
  • Nimmt „Made in Germany“ großen Schaden?
  • Wie kann VW „Vertrauen zurückgewinnen“?
  • usw. usw.
  • Nicht nur Zeitungen, auch viele Blogs und alternative Medien haben diesen Blickwinkel angenommen. Ja, auch dieses Blog. (...) mehr...


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    Laut „Experten“ ist Angela Merkel Favoritin für den Friedensnobelpreis. Das sollte uns Angst machen.

    Schließlich ist es erst ein paar Tage her, da hat in Kundus der Friedensnobelpreisträger von 2009 dem Friedensnobelpreisträger von 1999 den Arsch unter dem Krankenhaus weggebombt (Liste der Friedensnobelpreisträger).

    Liebe, verehrte Bundeskanzlerin Merkel:

    Ich mache mir Sorgen um Ihren guten Ruf. Wenn man Sie also wirklich vor das Nobelpreiskommitee zerren sollte, um Sie zu zwingen, diesen gefährlichen Preis anzunehmen, dann sind Sie doch bitte so nett, pullen einen astreinen Reich-Ranicki und sagen:

    Es tut mir leid. Ich nehme diesen Preis nicht an!

    Meine Unterstützung haben Sie. (...) mehr...


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    In der Diskussion um die Vorratsspeicherung hört man immer wieder das Argument „Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch nichts zu befürchten.“. Am Beispiel eines simplen Redirect (HTTP response status code 301) wird jedoch deutlich, wie wenig Kontrolle auch ein „anständiger“ Bürger darüber hat, welche Seiten bzw. Medien er eigentlich anfordert.

    Für Webseitenbetreiber mit Zugriff auf die Datei htaccess (Apache Webserver) ist es nämlich ein leichtes, jeden Besucher auf eine beliebige (auch externe) Seite umzuleiten. Auch auf Seiten, die ein Nichts-zu-verbergen-haber lieber nicht auf Vorrat mit seinem Namen in Verbindung gebracht sehen will.

    Nehmen wir z.B. an, Sie wollen die Seite netz10.de/harmlose-seite.html besuchen. (...) mehr...


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    Am Freitag hat der Deutsche Bundestag die Vorratsdatenspeicherung beschlossen. Ein Gesetz, dass in Augen vieler Kritiker einen der größten Einschnitte in das Persönlichkeitsrecht darstellt und das so umstritten ist, dass es nicht wenige gar für verfassungswidrig halten.

    Just am selben Tage platzte auch die Story, die Fußball-WM 2006 sei mutmaßlich gekauft gewesen, machte große Schlagzeilen und begrub das Thema VDS unter sich (was ganz bestimmt nur Zufall war).

    Schön, dachte sich also der Betrachter der Heute-Sendung vom 16.10.2015 um 19 Uhr. Aber ein so umstrittenes Gesetz wie die Vorratsdatenspeicherung wird dann ganz sicher auf Platz 2 der Nachrichtenmeldungen kommen. Was sich als Irrtum herausstellte:

    Geschlagene 9 Minuten dauerte es, bis die ZDF Heute-Sendung über die VDS berichtete. (...) mehr...


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    Auch die Nürnberger Bundestagsabgeordneten waren bei der Abstimmung zur Vorratsdatenspeicherung natürlich zur Wahl aufgerufen.

    Vor Jahren fragte man sich bei solchen Abstimmungen noch, wie man wohl rausfinden könne, wie die eigenen Abgeordneten wohl abgestimmt haben. Dank des Portals Abgeordnetenwatch sind solche Fragen inzwischen schnell gelöst. Einfach die Postleitzahl für den eigenen Wahlkreis eingeben und schon sieht man, wie die Bundestagsabgeordneten angestimmt haben:

    Fangen wir mit Nürnberg-Nord an:

  • Harald Weinberg (Linke): hat sich an der Abstimmung nicht beteiligt
  • Gabriela Heinrich (SPD): dagegen gestimmt
  • Dagmar Wöhrl (CSU): zugestimmt
  • Und nun noch Nürnberg-Süd:

  • Martin Burkert (SPD): zugestimmt
  • Michael Frieser (CSU): zugestimmt
  • netz10.de auf TWITTER folgen Kommentieren

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    Permalink | © 2015 by Netz 10 | Tags: , , , , This feed is for personal, non-commercial use only. (...) mehr...

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